Freunde, Feinde, Parteifreunde

Zusammenfassung:

Freunde, Feinde, Parteifreunde - Ein Tag im Leben des Ministerpräsidenten Peter W.Erzählt wird der Tagesablauf eines erfolgreichen Politikers mit großer sozialer Kompetenz und Durchsetzungsvermögen, der aber auch an inneren Spannungen, Selbstzweifeln und Albträumen leidet. Er ist loyal zu seinen Freunden und Mitarbeitern, hasst seine Gegner, sorgt sich um seine Familie, respektiert seine Frau und ist außerehelich erotisch aktiv. Es verknüpfen sich politische und private Handlungsstränge. Einerseits geht es um staatlichen Einfluss auf Energieversorger, andererseits um einen Presseskandal. Vordergründig also um Sachthemen wie Wirtschaftsordnung und Pressefreiheit, aber gehandelt wird aus sehr persönlichen Motiven: Machtstreben, Rivalität, Hass, Rache, manchmal sogar Loyalität. Am Abend ist der Ministerpräsident nicht nur seinen politischen Zielen näher gekommen, sondern auch einem privaten: Seine von ihm verehrte Zahnärztin erklärt sich zu einem Verhältnis bereit. Auf der Fahrt nach Hause lässt ihn der Verdacht der Polizei, sein eben ermordeter türkischer Blumenhändler könne ein Dealer gewesen sein, an seiner Menschenkenntnis zweifeln.

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Hintergrund:

Es handelt sich um einen zeitkritischen Roman im Spannungsfeld zwischen der Vertraulichkeit, die Politikern zum Planen und Aushandeln brauchen, und der Transparenz, die Medien für die Öffentlichkeit herstellen. Er ist angeregt durch Vorgänge um die Energiewende (Mappus und EnBW), die Bestechung von Beamten durch die englische Murdoch Presse (vgl. Beans Theaterstück ‚Great Britain‘), die Rolle der Medien im Fall Wulff, der Fall Mollath und die NSU Morde.

 

Handlungsabriss:

Der Ministerpräsident eines deutschen Küstenlandes Peter Wegner wacht nach einem Albtraum, in dem seine Mutter und Hitler vorkommen, mit Zahnschmerzen auf. Auf dem Weg zu einem Interview im Morgenmagazin des Fernsehens erzählt ihm sein Sprecher von der Festnahme eines Journalisten und der Durchsuchung der Redaktion der Zeitschrift Brennpunkt. Sie werden verdächtigt, sich während des vorangegangenen Wahlkampfs durch Bestechung eines Finanzbeamten belastendes Material über den Gegenkandidaten Wegners beschafft zu haben. Wegner wittert einen verdeckten Machtkampf zwischen dem intriganten Finanzminister Portatius, seinem ewigen Konkurrenten, und dem ehrgeizigen jungen Justizminister Hessler.

Wegner stammt aus einem kleinbürgerlichen Hafenmilieu und hat nach oben in politisch tonangebende Kreise geheiratet. Seine Eltern haben ihm verschwiegen, dass sie im Krieg in Hitlers Umgebung waren, seine Mutter, italienische Wirtstochter von Hitlers Münchner Lieblingslokal Osteria, als Küchenhilfe auf dem Berghof, und sein Vater im dortigen Fuhrpark. Vermutlich auf Hinweis von Portatius erschien eine Enthüllung im Brennpunkt, die aber derartig aufgebauscht war, dass es Wegner gelang, Schaden von sich abzuwenden. Er sinnt seitdem auf Rache.

In dem Interview geht es zunächst um die Rolle des Landes in einem Kampf zwischen Konzernen um den im Land dominanten Stromversorger EWERK. Wegner glaubt weder an das freie Spiel der Märkte noch an die überlegene Weisheit des Staates und wirbt für eine abwartende Haltung. Als er mit der Aktion gegen den Brennpunkt, die die Pressefreiheit bedrohe, konfrontiert wird, zieht er sich auf die Unabhängigkeit der Justiz zurück. Danach meldet sich Portatius und fordert Wegner dringend auf, er möchte Hessler anweisen, den Brennpunkt in Ruhe zu lassen, Wegner lehnt ab. Dann teilt ihm Portatius mit, es sei ihm ein Aktienpaket des EWERKs angeboten worden, über den Kauf müsse aber sofort entschieden werden. Wegner zögert, weil das ohne Zustimmung des Landtags rechtlich nicht möglich ist, der Koalitionspartner toben wird und keine neuen Schulden aufgenommen werden dürfen. Portatius schlägt vor, einen Kredit bei der Landesbank aufzunehmen, und warnt, das Land riskiere seine Sperrminorität am EWERK, was Wegner ernst nimmt.

Im weiteren Verlauf gibt Hesslers Justiz nach und nach Geständnisse und Beweise gegen den Brennpunkt bekannt. Medien, die sich um die Pressefreiheit gesorgt hatten, rudern zurück. Wegner setzt den Brennpunkt Informanten Portatius unter Druck und erreicht, dass das EWERK Aktienpaket von der Landesbank auf deren Risiko erworben wird.

Am Abend sucht Wegner endlich seine Zahnärztin auf. Er verehrt diese nur nach außen stark wirkende Erfolgsfrau und wirbt um sie erfolgreich als Geliebte.

Auf der Heimfahrt will er, wie gewöhnlich, bei einem türkischen Straßenhändler Blumen für seine Frau kaufen. Er trifft nur noch die Polizei an, der Mann sei, wohl in einem Drogenkrieg, ermordet worden. Wegner mag ein solches Motiv nicht glauben, er zweifelt an seiner Menschenkenntnis, der Voraussetzung für politischen Erfolg.